Evolution des Menschen

Wo kommen wir her? Diese Frage versucht die Evolution des Menschen zu beantworten.

Wie jedes andere Lebewesen auf der Welt entwickelt sich auch der Mensch. Er hat es immer getan und tut es weiter. Die Evolution ist noch nicht abgeschlossen. Sie läuft immer weiter. 

Es kann leicht passieren, dass man das nicht so richtig glauben kann. Das liegt an unserer kurzen Lebensdauer. Evolutionäre Vorgänge dauern einfach superlange: mehrere Tausend bis Millionen Jahre.

Es ist aber längst wissenschaftlich nachgewiesen.

 

Der Mensch war nicht immer Mensch. Unsere Vorfahren waren Hominide, das heißt Menschenähnliche.

Zu dieser Gruppe gehören auch heute alle Menschenaffen, wie Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas. Am nächsten genetisch verwandt sind uns die Schimpansen.

Schau Dir mal dieses Bild an: https://www.welt.de/wissenschaft/article5174091/Warum-wir-sprechen-Schimpansen-aber-nicht.html. Die Ähnlichkeit ist deutlich zu sehen. Findest Du nicht auch?

Das ist aber nicht unser Vorfahre, sondern wir haben mit dem Schimpansen gemeinsame Vorfahren. Wie Cousin und Cousine haben wir quasi die gleichen Großeltern.

Hier siehst Du eine gute Doku dazu:

Lass uns alles sortieren. Wie üblich kann man auch die Evolution des Menschen einteilen in:

  1. chemische Evolution
  2. biologische Evolution
  3. kulturelle Evolution

Die sehen wir uns jetzt genauer an.


Chemische Evolution

Die große Frage, die sich uns immer noch stellt, ist: Wie kam das Leben auf die Erde? 

Aktuell gibt es dazu einige Theorien, die ich Dir hier vorstellen möchte.

Entstehung der organischen Lebensmoleküle außerhalb der Erde

In dieser Theorie geht es darum. dass organische Moleküle (Aminosäuren für Proteine, Fette, Nukleinsäuren für die DNA und RNA oder langkettige Kohlenhydrate) aus dem Weltall auf die Erde gelangt sind. Die Sonde "Stardust" der NASA hat viele organische Verbindungen im Staub des Universums und Kometenschweifen außerhalb der Erde gefunden. Aktuell sind es ca. 150 verschiedene Moleküle.

Durch Kometeneinschläge könnten sie auf die Erde gelangt und sich hier zusammengeschlossen haben, um die ersten Lebewesen (einzellige, primitive Urbakterien) zu formen. 

Entstehung der organischen Lebensmoleküle auf der Erde

1953 bereits gelang es Miller und Urey, mit einem recht einfachen Versuchsaufbau, aus anorganischen Molekülen organische Moleküle herzustellen. Wie das?

Nun, die Zusammensetzung des Wassers auf der Erde und der Atmosphäre waren ganz anders als heute. Zum Beispiel gab es noch wenig Sauerstoff in der Uratmosphäre.

Er hat Wasser gekocht und der Wasserdampf ging durch eine Atmosphäre mit viel Methan, Ammoniak und Wasserstoff. Diese Gase stammten aus den Vulkanen, die überall auf der Erde Lava und solche Gase ausspuckten. Unsere Uratmosphäre war reich an diesen Verbindungen. Eine Ozonschicht gab es noch nicht, dafür ist Sauerstoff nötig (Ozon ist chemisch O3). Das bedeutet, alle Strahlen der Sonne trafen auf  die Erde - ungefiltert. Auch die sehr energiereichen Gammastrahlen. Heute werden sie von der Ozonschicht abgeschirmt. Außerdem gab es jeden Tag, viele Tausende Jahre lang, heftige Gewitter mit elektrischen Blitzen. Es gab also jede Menge Energie!

Miller und Ureys Experiment sah so aus:

Miller-Urey-Experiment | By Miller-Urey-Experiment.png: Xerxes2k 13:18, 15 October 2005 (UTC) derivative work: Gerbil (Miller-Urey-Experiment.png) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5), CC-BY-SA-3.0
Miller-Urey-Experiment | By Miller-Urey-Experiment.png: Xerxes2k 13:18, 15 October 2005 (UTC) derivative work: Gerbil (Miller-Urey-Experiment.png) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5), CC-BY-SA-3.0

Im Kolben wird also Wasser erhitzt. Der Wasserdampf strömt durch die "Uratmosphäre" mit Methan, Ammoniak und Wasserstoff und vielen Blitzen (elektrische Entladungen). Das Gemisch wird abgekühlt und kondensiert. Es wird zurückgeführt in die Ursuppe und das Ganze beginnt von vorn. Man sieht am Versuchsaufbau, dass er ein geschlossener Kreislauf ist - wie auf der Erde. 

Zwischendrin haben Miller und Urey ihre "Ursuppe" auf organische Moleküle untersucht. Und siehe da: Auf diese Weise entstehen tatsächlich innerhalb sehr kurzer Zeit (nur wenige Tage) Aminosäuren, Nukleinsäuren und andere organische Verbindungen!

Wenn man die Zusammensetzung der Uratmosphäre ein wenig verändert, entstehen trotzdem organische Moleküle - nur sind die etwas anders aufgebaut. So könnten also die Moleküle entstanden sein, aus denen alle Lebewesen der Erde aufgebaut sind. 

Für diese Theorie spricht, dass zum Beispiel alle Proteine aller Lebewesen der Erde aus denselben 20 Aminosäuren und alle DNA aus denselben 4 Nukleinsäuren (A, T, C und G) aufgebaut sind. 

Diese organischen Moleküle, zu denen auch Fette gehören, schwammen massenweise im Urozean, denn sie entstanden täglich zu Tausenden. Es war bei dieser Fülle an organischen Molekülen nur eine Frage der Zeit, bis sich die Nukleinsäuren zur Erbsubstanz zusammenschlossen und in

Fett-Tröpfchen eingeschlossen wurden. Auf diese Weise wurden sie geschützt. Noch heute bestehen alle Zellmembranen aus Fetten (Doppellipidschicht, siehe dazu den Aufbau der tierischen Zelle).

Entstehung der Pflanzen

Mit der Entstehung der ersten Pflanzen durch die Entwicklung von Chlorophyll passierte Erstaunliches:

Es änderte sich die Zusammensetzung der Uratmosphäre. Die pflanzen pumpten durch die Photosynthese über Jahrmillionen jede Menge Sauerstoff in die Atmosphäre. Die Ozonschicht entstand und mit ihr die Möglichkeit, nun auch auf dem Festland zu überleben. Die Ozonoschicht schirmt die energiereichen Strahlen der Sonne ab, die uns zerstören würde, käme sie hier an. Davor hat Wasser die Lebewesen im Meer geschützt, auf dem Festland war aber das Leben nicht möglich. 

Die Photosynthese gibt uns Sauerstoff zum Leben, sorgt für die Ozonschicht und baut außerdem aus anorganischen Molekülen CO2 und H2O organische Moleküle auf - die Kohlenhydrate, die wir in Energie umwandeln können.


Biologische Evolution

Die Paläoanthroplogie ist die Wissenschaft, die sich genau mit der Menschwerdung beschäftigt. Bei neuen Funden werden manchmal die Theorien bestätigt, manchmal muss man sie aber auch neu formulieren, weil die Funde neue Erkenntnisse bringen und die Theorien widerlegen.

 

Der Mensch ist, evolutionstechnisch gesehen, sehr jung:  Würde man die gesamte, 3,5 Milliarden Jahre währende Geschichte der Erde auf 24 Stunden zusammenpressen, taucht der Mensch erst 2 Minuten vor Mitternacht auf! 

Die Wiege der Menschheit

Alle Funde von unseren Vorfahren, die älter als 2 Millionen Jahre sind, findet man nur in Afrika. Man hat auch anderenorts gesucht (in Europa und Asien), fand aber dort bislang nur menschliche Fossilien, die jünger sind als 2 Millionen Jahre.

Deshalb wird aktuell davon ausgegangen, dass der Mensch in Afrika - und hier genau in Ostafrika - entstanden ist und sich von dort in die ganze Welt ausgebreitet hat.

 

Der älteste Fund eines menschlichen Vorfahren ist 6 Millionen Jahre alt. Zu dieser Zeit gab es in Ostafrika seit bereits 2 Millionen Jahren vor allem Tropischen Regenwald.

Nun begann das Klima sich zu ändern: Es wurde wärmer und trockener. Die Steppe breitete sich aus.

In Steppen gibt es keine dicht stehenden Bäume. Die Fortbewegung durch Entlang-Hangeln in den Baumkronen machte also keinen Sinn mehr. Stattdessen war es hilfreich, auf den Hinterbeinen zu laufen. Das hatte auch den Vorteil, dass man über die hohen Gräser gucken konnte. Dann sieht man Räuber besser. Und schon griffen die selektiven Räder der Evolution: Wer seine Fressfeinde besser sieht, überlebt länger und kann mehr Nachkommen zeugen. An diese Nachkommen gibt er seine Fähigkeit zum aufrechten Gang und auch seine langen Beine/Wirbelsäule weiter. Unsere Modells haben also unter anderem diesem Schritt in der Menschwerdung ihre Körperstatur zu verdanken. 

Weitere Entwicklung und Ausbreitung des Menschen

In einem sehr, sehr langen Zeitraum ging das so weiter und der aufrechte Gang wurde zum Teil unserer natürlichen Fortbewegung. Die Wirbelsäule bekam nach und nach die Form, die sie heute hat, das Becken wurde tiefer und breiter, der ganze Körperschwerpunkt verlagerte sich. Heute im Vierfüßlergang zu laufen, fällt uns wesentlich schwerer als unseren nächsten Verwandten im Tierreich: den Schimpansen. Sie wiederum laufen nur bei bestimmten Gelegenheiten aufrecht (das fällt ihnen ungefähr so schwer wie uns der Vierfüßlergang) und bewegen sich nach wie vor lieber auf allen vier Extremitäten.

Das Laufen auf 2 Beinen brachte dann einen weiteren Vorteil mit sich: freie Hände! Wer seine Hände frei hat, kann etwas Neues damit anstellen. Und das haben unsere Vorfahren auch gemacht. Sie haben Werkzeuge benutzt. Schimpansen nutzen auch hin und wieder Werkzeuge und stellen sich dabei gar nicht so ungeschickt an. Es liegt uns also durchaus im Blut, das zu tun. 

Die Nutzung von Werkzeugen wiederum änderte den Speiseplan. Mit Werkzeugen kann man Tiere besser jagen und so reiche Proteinquellen nutzen. Das und die immer feinere Herstellung und Nutzung von Werkzeugen ließen unsere Gehirne wachsen, sodass wir kreativer wurden und uns besser an die Umwelt anpassen konnten. Das sicherte uns nicht nur das Überleben, sondern sorgte dafür, dass der Mensch überall leben konnte. Und er lief los, der Mensch, breitete sich aus in alle Regionen der Welt.

 

Laufen (nicht joggen) ist die natürliche Fortbewegungsart des Menschen. Wir sind zum Laufen gemacht, können weite Strecken absolvieren. Wer gesund ist und sich gesund halten will, sollte also viel laufen und zwischendrin kurze Strecken sprinten. Gut zu wissen, oder?

 

Und seht Euch die Welt an: Anders als nahezu alle Tiere und Pflanzen kann der Mensch überall leben - in heißen, kargen Wüsten ebenso wie in eisigen Gebieten, im Tropischen Regenwald ebenso wie in gemäßigten Zonen. Es gibt kaum einen Winkel auf der Erde, in dem keine Menschen wohnen. 

 

Und diese Entwicklung führt uns zur 3. Evolution, die der Mensch durchmacht und in der er immer noch steckt:


Kulturelle Evolution

Mit der immer besseren Gehirnfunktion und der immer feineren Nutzung von Werkzeugen nahm die Kulturelle Evolution Fahrt auf.

Der erste Meilenstein hier war mit Sicherheit die Zähmung des Feuers. Sie garantierte Wärme, Schutz vor wilden Tieren (vor allem nachts, wenn wir relativ schutzlos schlafen) und man kann Fleisch grillen. Das ist nicht nur lecker, sondern eine Art Vorverdau, der uns Proteine besser verarbeiten lässt. 

Hier siehst Du weitere Meilensteine unserer kulturellen Entwicklung und wie lange die ungefähr her sind:

 

BILD FOLGT


Rätsel Dich fit!

Noch kein Rätsel da? Kommt noch. Versprochen!