Evolution des Menschen

Wo kommen wir her? Wie sind wir so geworden, wie wir sind?

Diese Fragen versucht die Evolution des Menschen zu beantworten.

Wie jedes andere Lebewesen auf der Welt entwickelt sich auch der Mensch. Er hat es immer getan und tut es weiter. Die Evolution ist noch nicht abgeschlossen. Sie läuft immer weiter. 

Es kann leicht passieren, dass man das nicht so richtig glauben kann. Das liegt an unserer kurzen Lebensdauer. Evolutionäre Vorgänge dauern einfach superlange: mehrere Tausend bis Millionen Jahre.

Es ist aber längst wissenschaftlich nachgewiesen.

 

Der Mensch war nicht immer Mensch. Unsere Vorfahren waren Hominide, das heißt Menschenähnliche.

Zu dieser Gruppe gehören auch heute alle Menschenaffen, wie Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas. Am nächsten genetisch verwandt sind uns die Schimpansen.

Schau Dir mal dieses Bild an. Die Ähnlichkeit ist deutlich zu sehen. Findest Du nicht auch?

Das ist aber nicht unser Vorfahre, sondern wir haben mit dem Schimpansen gemeinsame Vorfahren. Wie Cousin und Cousine haben wir quasi die gleichen Großeltern.

Hier siehst Du eine gute Doku dazu:


Lass uns alles sortieren. Wie üblich kann man auch die Evolution des Menschen einteilen in:

  1. physikalische Evolution
  2. chemische Evolution
  3. biologische Evolution
  4. kulturelle Evolution

So stehen sie im Zusammenhang:


Evolution Einteilung, eigene Darstellung
Evolution Einteilung, eigene Darstellung

Die einzelnen Evolutionsetappen sehen wir uns jetzt genauer an.


1. Chemische Evolution

Die große Frage, die sich uns immer noch stellt, ist: Wie kam das Leben auf die Erde? 

Aktuell gibt es dazu einige Theorien, die ich Dir hier vorstellen möchte.

Entstehung der organischen Lebensmoleküle außerhalb der Erde

In dieser Theorie geht es darum. dass organische Moleküle (Aminosäuren für Proteine, Fette, Nukleinsäuren für die DNA und RNA oder langkettige Kohlenhydrate) aus dem Weltall auf die Erde gelangt sind. Die Sonde "Stardust" der NASA hat viele organische Verbindungen im Staub des Universums und Kometenschweifen außerhalb der Erde gefunden. Aktuell sind es ca. 150 verschiedene Moleküle.

Durch Kometeneinschläge könnten sie auf die Erde gelangt und sich hier zusammengeschlossen haben, um die ersten Lebewesen (einzellige, primitive Urbakterien) zu formen. 

Entstehung der organischen Lebensmoleküle auf der Erde

1953 bereits gelang es Miller und Urey, mit einem recht einfachen Versuchsaufbau, aus anorganischen Molekülen organische Moleküle herzustellen. Wie das?

Nun, die Zusammensetzung des Wassers auf der Erde und der Atmosphäre waren ganz anders als heute. Zum Beispiel gab es noch wenig Sauerstoff in der Uratmosphäre.

Er hat Wasser gekocht und der Wasserdampf ging durch eine Atmosphäre mit viel Methan, Ammoniak und Wasserstoff. Diese Gase stammten aus den Vulkanen, die überall auf der Erde Lava und solche Gase ausspuckten. Unsere Uratmosphäre war reich an diesen Verbindungen. Eine Ozonschicht gab es noch nicht, dafür ist Sauerstoff nötig (Ozon ist chemisch O3). Das bedeutet, alle Strahlen der Sonne trafen auf  die Erde - ungefiltert. Auch die sehr energiereichen Gammastrahlen. Heute werden sie von der Ozonschicht abgeschirmt. Außerdem gab es jeden Tag, viele Tausende Jahre lang, heftige Gewitter mit elektrischen Blitzen. Es gab also jede Menge Energie!

Miller und Ureys Experiment sah so aus:

Miller-Urey-Experiment | By Miller-Urey-Experiment.png: Xerxes2k 13:18, 15 October 2005 (UTC) derivative work: Gerbil (Miller-Urey-Experiment.png) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5), CC-BY-SA-3.0
Miller-Urey-Experiment | By Miller-Urey-Experiment.png: Xerxes2k 13:18, 15 October 2005 (UTC) derivative work: Gerbil (Miller-Urey-Experiment.png) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5), CC-BY-SA-3.0

Im Kolben wird also Wasser erhitzt. Der Wasserdampf strömt durch die "Uratmosphäre" mit Methan, Ammoniak und Wasserstoff und vielen Blitzen (elektrische Entladungen). Das Gemisch wird abgekühlt und kondensiert. Es wird zurückgeführt in die Ursuppe und das Ganze beginnt von vorn. Man sieht am Versuchsaufbau, dass er ein geschlossener Kreislauf ist - wie auf der Erde. 

Zwischendrin haben Miller und Urey ihre "Ursuppe" auf organische Moleküle untersucht. Und siehe da: Auf diese Weise entstehen tatsächlich innerhalb sehr kurzer Zeit (nur wenige Tage) Aminosäuren, Nukleinsäuren und andere organische Verbindungen!

Wenn man die Zusammensetzung der Uratmosphäre ein wenig verändert, entstehen trotzdem organische Moleküle - nur sind die etwas anders aufgebaut.

 

So könnten also die Moleküle entstanden sein, aus denen alle Lebewesen der Erde aufgebaut sind. 

Für diese Theorie spricht, dass zum Beispiel alle Proteine aller Lebewesen der Erde aus denselben 20 Aminosäuren und alle DNA aus denselben 4 Nukleinsäuren (A, T, C und G) aufgebaut sind. 

Diese organischen Moleküle, zu denen auch Fette gehören, schwammen massenweise im Urozean, denn sie entstanden täglich zu Tausenden. Es war bei dieser Fülle an organischen Molekülen nur eine Frage der Zeit, bis sich die Nukleinsäuren zur Erbsubstanz zusammenschlossen und in Fett-Tröpfchen eingeschlossen wurden. Auf diese Weise wurden sie geschützt. Noch heute bestehen alle Zellmembranen aus Fetten (Doppellipidschicht, siehe dazu den Aufbau der tierischen Zelle).

Entstehung der Pflanzen

Mit der Entstehung der ersten Pflanzen durch die Entwicklung von Chlorophyll passierte Erstaunliches:

Es änderte sich die Zusammensetzung der Uratmosphäre. Die pflanzen pumpten durch die Photosynthese über Jahrmillionen jede Menge Sauerstoff in die Atmosphäre. Die Ozonschicht entstand und mit ihr die Möglichkeit, nun auch auf dem Festland zu überleben. Die Ozonoschicht schirmt die energiereichen Strahlen der Sonne ab, die uns zerstören würde, käme sie hier an. Davor hat Wasser die Lebewesen im Meer geschützt, auf dem Festland war aber das Leben nicht möglich. 

Die Photosynthese gibt uns Sauerstoff zum Leben, sorgt für die Ozonschicht und baut außerdem aus anorganischen Molekülen CO2 und H2O organische Moleküle auf - die Kohlenhydrate, die wir in Energie umwandeln können.


2. Biologische Evolution

Fast alle Lebewesen haben eine biologische Evolution durchlaufen. Ihre Vorfahren sehen anders aus als heute lebende Tiere und Pflanzen. Jeder Baum, jedes Grashalm. jedes Känguruh, jeder Affe, jede Katze - alle haben eine biologische Evolution hinter sich gebracht. 

Wenn wir Tier- oder Pflanzenfossilien aus grauer Vorzeit von vor vielen Jahrmillionen gefunden werden, kann man das sehen. Manche Tiere und Pflanzen haben sich allerdings überhaupt nicht verändert. So wie ihre Vorfahren vor Millionen von Jahren aussahen, sehen die heutigen Exemplare auch aus. Man nennt sie deshalb "Lebende Fossilien". Beispiele für lebende Fossilien sind: 

aus dem Tierreich der Quastenflosser, aus dem Pflanzenreich der Ginkgo-Baum.

 

Doch wir sind Menschen und wollen deshalb unsere eigene Ahnenreihe genauer anschauen.

Die Paläoanthroplogie ist die Wissenschaft, die sich genau mit der Menschwerdung beschäftigt. Bei neuen Funden werden manchmal die Theorien bestätigt, manchmal muss man sie aber auch neu formulieren, weil die Funde neue Erkenntnisse bringen und die Theorien widerlegen.

 

Der Mensch ist, evolutionstechnisch gesehen, sehr jung:  Würde man die gesamte, 3,5 Milliarden Jahre währende Geschichte der Erde auf 24 Stunden zusammenpressen, taucht der Mensch erst 2 Minuten vor Mitternacht auf! 

Die Wiege der Menschheit

Alle Funde von unseren Vorfahren, die älter als 2 Millionen Jahre sind, findet man nur in Afrika. Man hat auch anderenorts gesucht (in Europa und Asien), fand aber dort bislang nur menschliche Fossilien, die jünger sind als 2 Millionen Jahre.

Deshalb wird aktuell davon ausgegangen, dass der Mensch in Afrika - und hier genau in Ostafrika - entstanden ist und sich von dort in die ganze Welt ausgebreitet hat.

 

Der älteste Fund eines menschlichen Vorfahren ist 6 Millionen Jahre alt. Zu dieser Zeit gab es in Ostafrika seit bereits 2 Millionen Jahren vor allem Tropischen Regenwald.

Nun begann das Klima sich zu ändern: Es wurde wärmer und trockener. Die Steppe breitete sich aus.

In Steppen gibt es keine dicht stehenden Bäume. Die Fortbewegung durch Entlang-Hangeln in den Baumkronen machte also keinen Sinn mehr. Stattdessen war es hilfreich, auf den Hinterbeinen zu laufen. Das hatte auch den Vorteil, dass man über die hohen Gräser gucken konnte. Dann sieht man Räuber besser. Und schon griffen die selektiven Räder der Evolution: Wer seine Fressfeinde besser sieht, überlebt länger und kann mehr Nachkommen zeugen. An diese Nachkommen gibt er seine Fähigkeit zum aufrechten Gang und auch seine langen Beine/Wirbelsäule weiter. Unsere Modells haben also unter anderem diesem Schritt in der Menschwerdung ihre Körperstatur zu verdanken. 

Weitere Entwicklung und Ausbreitung des Menschen

In einem sehr, sehr langen Zeitraum ging das so weiter und der aufrechte Gang wurde zum Teil unserer natürlichen Fortbewegung. Die Wirbelsäule bekam nach und nach die Form, die sie heute hat, das Becken wurde tiefer und breiter, der ganze Körperschwerpunkt verlagerte sich. Heute im Vierfüßlergang zu laufen, fällt uns wesentlich schwerer als unseren nächsten Verwandten im Tierreich: den Schimpansen. Sie wiederum laufen nur bei bestimmten Gelegenheiten aufrecht (das fällt ihnen ungefähr so schwer wie uns der Vierfüßlergang) und bewegen sich nach wie vor lieber auf allen vier Extremitäten.

Das Laufen auf 2 Beinen brachte dann einen weiteren Vorteil mit sich: freie Hände! Wer seine Hände frei hat, kann etwas Neues damit anstellen. Und das haben unsere Vorfahren auch gemacht. Sie haben Werkzeuge benutzt. Schimpansen nutzen auch hin und wieder Werkzeuge und stellen sich dabei gar nicht so ungeschickt an. Es liegt uns also durchaus im Blut, das zu tun. 

Die Nutzung von Werkzeugen wiederum änderte den Speiseplan. Mit Werkzeugen kann man Tiere besser jagen und so reiche Proteinquellen nutzen. Das und die immer feinere Herstellung und Nutzung von Werkzeugen ließen unsere Gehirne wachsen, sodass wir kreativer wurden und uns besser an die Umwelt anpassen konnten. Das sicherte uns nicht nur das Überleben, sondern sorgte dafür, dass der Mensch überall leben konnte. Und er lief los, der Mensch, breitete sich aus in alle Regionen der Welt.

 

Laufen (nicht joggen) ist die natürliche Fortbewegungsart des Menschen. Wir sind zum Laufen gemacht, können weite Strecken absolvieren. Wer gesund ist und sich gesund halten will, sollte also viel laufen und zwischendrin kurze Strecken sprinten. Gut zu wissen, oder?

 

Und seht Euch die Welt an: Anders als nahezu alle Tiere und Pflanzen kann der Mensch überall leben - in heißen, kargen Wüsten ebenso wie in eisigen Gebieten, im Tropischen Regenwald ebenso wie in gemäßigten Zonen. Es gibt kaum einen Winkel auf der Erde, in dem keine Menschen wohnen. 

 

Funde zeigen, dass es zu unterschiedlichen und gleichen Zeiten auf der Erde verschiedene Hominiden (das sind die Vorfahren und Verwandten der heutigen Menschen, dazu gehören auch die Menschenaffen, wie Schimpanse, Orang Utan oder Gorilla) gab. Diese Funde sind nicht so eindeutig unseren Vorfahren zuzuordnen. Hier streiten die Wissenschaftler noch, wer jetzt davon wirklich zu unserer Ahnenreihe gehört und wer nicht. Der Neanderthaler z.B. gehört nicht dazu. Er hat über einen langen Zeitraum zusammen mit unseren Vorfahren auf der Erde gelebt. Und dann ist er verschwunden und wir blieben übrig.

Waren wir bzw. unsere Vorfahren Schuld, dass die Neanderthaler ausgestorben sind? Das wissen wir leider nicht, aber man kann es vermuten. Wir sind ja grundsätzlich nicht sehr freundlich zu unserer Umwelt und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch unsere Vorfahren so waren. Was wir aber wissen: Einige unserer Vorfahren haben Nachkommen mit den Neanderthalern gezeugt. Die heutigen Menschen tragen einen gewissen Anteil an Neanderthaler-Genen in sich...

 

Ich muss hier nicht lang und breit alle Hominiden aufzählen, die man gefunden hat und deren Beziehung zu uns beleuchten - das haben andere schon getan. Wenn Du Dich dafür interessierst, wo der Mensch herkommt, ist diese Seite mit sehr vielen Informationen dazu genau richtig. Die ganze Website mit all ihren Unterseiten beschäftigt sich ausschließlich mit der Evolution des Menschen.

Hier ist alles sehr kurz, aber ausreichend zusammengefasst.

 

Der Mensch schlussendlich fing an, seine Umwelt aktiv zu gestalten und sonderte sich damit in spezieller Weise vom Tierreich ab. Dies führt uns zur 3. Evolution, die der Mensch durchmacht und in der er immer noch steckt:


3. Kulturelle Evolution

Mit der immer besseren Gehirnfunktion und der immer feineren Nutzung von Werkzeugen nahm die Kulturelle Evolution Fahrt auf.

 

Hier siehst Du Meilensteine unserer kulturellen Entwicklung und wie lange die ungefähr her sind:

 


Ausgewählte Meilensteine der Kulturellen Revolution | eigene Darstellung
Ausgewählte Meilensteine der Kulturellen Revolution | eigene Darstellung

Auf dem Bild sind nur einige der weltbewegenden Entdeckungen und Erfindungen zu sehen, die uns zu den Menschen und der Gesellschaft gemacht haben, die wir heute sind.

Sie alle aufzuzählen, würde viel zu weit führen. Aber die oben gezeigten sollte man als allgemein gebildeter Mensch kennen.

Zu den wichtigsten und grundlegendsten will ich Dir noch ein wenig erzählen.

 

Steinwerkzeuge

Der erste Meilenstein hier war mit Sicherheit die Nutzung von Steinwerkzeugen zu verschiedensten Zwecken: Um Tiere auszuweiden, die man gejagt hatte, Beeren und Nüsse zu zerkleinern, Baumaterial und Felle zu schneiden usw. Faustkeile sind die größte Gruppe dieser Steinwerkzeuge. Man hat sie aus verschiedenen Epochen überall auf der Welt gefunden, allerdings am meisten in Afrika - dort, am Turkana-See in Ostafrika, fand man 2011 die ältesten Exemplare. Sie sind 1,8 Millionen Jahre alt. In Europa nördlich der Alpen - also in Deutschland - datieren die bisherigen Funde auf 600.000 Jahre.

 

Auch durch die Werkzeuge, die der Frühmensch benutzt hat, kann man Rückschlüsse auf seine Ausbreitung ziehen. Bis jetzt sieht alles so aus als sei die "Wiege der Menschheit" in Kenia/Ostafrika.

Feuer

Viel später als die Nutzung von Faustkeilen, aber immer noch lange her ist die die Zähmung des Feuers. Der Mensch kam aufs Feuer vor ca. 50.000 Jahren.

Sie garantierte Wärme, Schutz vor wilden Tieren (vor allem nachts, wenn wir relativ schutzlos schlafen) und man kann Fleisch grillen. Das ist nicht nur lecker, sondern eine Art Vorverdau, der uns Proteine besser verarbeiten lässt. 

Feuer ist Wärme-Energie und die Beherrschung des Feuers hat dem Menschen damit die erste Form der Energiegewinnung ermöglicht. Bis heute können wir ohne Feuer, ohne Verbrennung, nicht genug Energie gewinnen für all unsere Bedürfnisse: Transport, Kochen, Industrielle Produktion, Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und vieles mehr ist ohne Feuer auch heute noch nicht denkbar.

Höhlenmalerei

Die Höhlenmalerei ist zunächst einmal eine der ersten Kunstformen des Menschen. Aber sie auch wesentlich mehr als das: Sie ist das erste die Zeit überdauernde Kommunikationsmittel - quasi das erste Instagram des Menschen, wenn auch noch nicht mobil.

In Höhlen wurde gemalt, um die Malereien vor Wind und Regen zu schützen. Sie stellen Menschen, Tiere und Szenen aus Jagd und Alltag der damaligen Menschen dar. Sie erzählen Geschichten, die auch Jahre und Jahrtausende später noch betrachtet werden konnten und machten den Menschen unabhängig von anderen Erzählern. Die Geschichte überdauerte den Menschen und hatte erstmals noch Bestand, wenn der Erzählende, der Maler schon längst nicht mehr da war. Zu dieser Zeit waren die Menschen noch Jäger und Sammler, sie hatten keinen festen Wohnort. So konnten auch Menschen, die nach dem Maler die Höhle betraten, von seinen Erzählungen profitieren, obwohl er und seine Sippe schon längst weg waren. Wie Social Media heute verbreiteten sich zum ersten Mal Informationen über mehrere Menschengruppen. Zwar viel langsamer als heute, aber immerhin.

Die ersten Höhlenmalereien sind schon 30.000 Jahre alt.

Ackerbau

Vor ungefähr 10.000 Jahren entdeckte der Mensch, dass der Anbau viel effektiver ist als das Sammeln von Pflanzen. Man konnte mit einer Ackerfläche mehr Menschen sättigen. Der Mensch ließ sich nieder und hat das bis heute (mit Ausnahme einiger Nomadenstämme) nicht mehr aufgegeben - muss also eine gute Idee gewesen sein. Zusammen mit dem Ackerbau wurden Hütten und später Häuser gebaut, um sich vor Wind, Wetter und wilden Tieren zu schützen. Später kamen Tiere dazu, die für die Bewachung und die Versorgung mit Fleisch gehalten wurden. Damit wurde auch das Jagen wilder Tiere eher unwichtig.

 

Das erste Haustier des Menschen war übrigens der Hund. Wie lange Mensch und Hund schon zusammen sind, ist unklar. Die Zahlen reichen von 15.000 bis 100.000 Jahre. Es ist auch immer noch unklar, wie beide Arten zusammengefunden haben. Klar ist allerdings, dass der Mensch den Hund bereits lange vor dem Ackerbau domestiziert (also zum Haustier gemacht) hatte, schon als Jäger & Sammler.

 

Übrigens, kleiner Fakt am Rande: Das Schwein wurde zusammen mit Rind und Schaf vor ca. 8.000 Jahren domestiziert - und zwar dort, wo man heute kein Schweinefleisch isst. 

 

Zusammen mit dem Ackerbau gab es plötzlich noch weitere Entwicklungen, die ohne den Ackerbau gar nicht nötig waren, und an die man beim Thema "Ackerbau" nicht gleich denkt, z.B.:

  1. Militär - Angriff und Verteidigung
    Es ist relativ sinnlos, ein Stück Wald, in dem man umherstreift, zu verteidigen. Besonders reiche Stellen mögen das erfordert haben, aber prinzipiell gilt: Wenn man von der Nachbarsippe auf den Kopf bekommt, kann man auch woanders hingehen. Oder man haut ihnen auf den Kopf und sie flüchten woanders hin.
    Wenn man aber seßhaft ist, d.h. an einem Ort wohnt und dort sein Feld bewirtschaftet und seine Tiere versorgt, will man nicht, dass einem die Arbeit weggenommen wird. Also sorgt man dafür, dass einem das niemand wegnimmt und man nicht vertrieben wird. Oder man selbst probiert mal, das Feld des Nachbarn zu bekommen. Man weiß ja, dass der sich wehren will, also muss man bessere Waffen und eine bessere Strategie haben. So entstehen Kriege - im Kleinen und Großen.
  2. Finanzen - Handel und Geld
    Bewirtschaftet man einen Acker, hat man entweder am Ende mehr als man für das Überleben der Familie braucht, oder weniger. Wenn man mehr hat, kann man dem Nachbarn etwas abgeben. Der hat vielleicht andere Pflanzen angebaut und so kann man sich austauschen. Das nennt man Handel - sehr vereinfacht gesagt. Solange es nur wenige Höfe gibt, ist der Austausch untereinander unproblematisch. Bei bis zu 10-20 Höfen mag das gehen. Wenn es aber mehr werden - hunderte oder tausende - wird es unübersichtlich und die Waren dann viel zu vielfältig. Wie soll man das gegeneinander aufrechnen? Mit steigender Anzahl macht auf einmal ein universelles Tauschmittel Sinn. Dann muss man nicht so oft tauschen und wieder tauschen, bis man endlich alles hat, was man braucht. Dieses universelle Tauschmittel heißt Geld. Es lässt sich gegen alles tauschen und ist damit unschlagbar. 

Wenn man sich ansieht, wohin sich diese beiden Notwendigkeiten entwickelt haben... Da fragt man sich, ob Ackerbau wirklich eine so gute Idee war. Oder?

Schrift

Im Zuge des Handels mit Waren wurden Steuern eingeführt: Die Bauern und Händler und Handwerker hatten den Herrscher zu bezahlen. Dafür bekamen sie von ihm Schutz und eine vernünftige Infrastruktur. Wenn er ein guter Herrscher war. Wenn nicht, hat er einfach nur das Geld genommen und sich einen Lenz damit gemacht. Aber wie auch immer: Er hatte die Macht, dieses Geld und die Waren einzutreiben und so wurde es wichtig, Mengen und Steuerabgaben aufzuschreiben. In großen Ansiedlungen kann man sich das einfach nicht merken, es ist zuviel.

Schrift war anfangs nicht das, was man heute darunter versteht. Die Informationen wurden im Alten Ägypten in Stein gehauen und Zeichen benutzt, die man auch deutlich erkennen konnte und immer noch kann - eine Ähre von Weizen, ein Tier, Sterne, Pflanzen. Man nennt sie Hieroglyphen.  

Schrift | Wikipedia: Ägyptische Hieroglyphen
Schrift | Wikipedia: Ägyptische Hieroglyphen

Später wurden die Zeichen immer abstrakter und bestanden aus einfacheren Strichen. Das ging schneller und man bekam mit der Zeit und immer stärkerer Abstraktion mehr Informationen auf dieselbe Fläche.

Die ersten dieser Zeichen erinnern noch sehr stark an das Originalbild. Mit der Entwicklung der Schrift ist selbst diese Erinnerung verschwunden. 

Später wurde das Papyrus und dann das Papier entwickelt. Zusammen mit der Schrift ermöglichten diese viel leichteren Medien nun auch den Transport von Informationen. Viel besser als mit schweren Steinen! 

Schrift auf Papier - das waren die ersten mobilen Informationsträger und sie sind schon mehr als 5.000 Jahre alt! Alles, was wir heute kennen, ist eine Weiterentwicklung dieser Kombination. 

Buchdruck

Der Druck von Büchern ist auch schon ziemlich alt, immerhin fast 600 Jahre. Gedruckte Bücher gab es auch schon vorher, aber Johannes Gutenberg erfand ein Verfahren, mit dem sich nicht nur ein Buch drucken ließ, sondern so viele man wollte. Darin bestand der Unterschied. Die beweglichen Lettern, das sind Blöcke mit den Buchstaben drauf, die man beliebig kombinieren kann, waren der Schlüssel zum Buch-Massendruck. 

Doch warum ist das jetzt so wichtig?

Um das zu verstehen, muss man die Zeit und ihre Eigenarten vor Augen haben, in der der Buchdruck entstand. Zu dieser Zeit waren Bücher nämlich so teuer, dass das Wissen darin nur einigen wenigen zur Verfügung stand. Die meisten Leute, auch reiche, konnten gar nicht lesen. Warum auch? Aber jetzt sanken die Kosten für ein Buch, immer mehr Menschen konnten sich das leisten und vor allem: immer mehr Menschen konnten auch die Bibel kaufen und selbst lesen. Sie waren nicht mehr darauf angewiesen, dass ihr Pfarrer ihnen die Welt erklärte. Bücher, und erst recht solche mit Informationen vollgepackten Bücher wie eine Bibel, können von unterschiedlichen Lesern sehr verschieden wahrgenommen werden. Man wird dadurch kritischer. Es wurden plötzlich viele Bücher gedruckt und die Menschen begannen zu lesen, auch um des Vergnügens, Geschichten zu lesen. Bücher haben die Welt und unsere Wahrnehmung drastisch verändert.

Dampfmaschine

Die Dampfmaschine brachte Schnelligkeit in die Welt. Vor der Dampfmaschine waren es Manneskraft und Pferdestärken, mit denen der Mensch gearbeitet und sich fortbewegt hat.

Doch die Menschheit wuchs, es waren Rohstoffe zu holen - tief aus den Bergen. Das Problem war im Bergbau stets das Wasser, das die Kammern plötzlich füllen und die Männer töten konnte. Und es war nicht leicht, die Kohle und das Eisenerz aus dem Berg nach oben zu holen. So begann die Geschichte der Dampfmaschine: Sie pumpte das Wasser ab und veränderte die Förderung. James Watt hatte daran maßgeblichen Anteil. 

Später fanden sich viele weitere Anwendungen der Dampfmaschine. Sie befeuerte die Industrie und das Transportwesen und läutete damit die INDUSTRIELLE REVOLUTION ein. 


Viele weitere Erfindungen und Entdeckungen hat der Mensch vollbracht, die unser aller Leben bestimmt haben und noch immer bestimmen. Es sind auch viele vergessene Erfindungen darunter. Doch das kannst Du Dir aus dem Internet und Büchern anlesen. Für den MSA reicht das hier ;-)


Rätsel Dich fit!

Noch kein Rätsel da? Kommt noch. Versprochen!