Die nordamerikanische Stadt

Schachbrett-Aufbau

Der grundsätzliche Aufbau einer Stadt lässt sich mit Google Earth sehr gut zeigen. Klick mal die folgenden Links in Google Earth an (es ist mir leider nicht erlaubt, sie Dir als Screenshot einzustellen):

Chicago | Paris

In europäischen Städten geht es kreuz und quer zu. Sie sind historisch entstanden und in den meisten Fällen um Jahrhunderte (z.B. Berlin) bis Jahrtausende (z.B. Rom) älter als die nordamerikanischen Städte. Zunächst entstand hier ein altes Zentrum, oft eine einfache Siedlung, und wurden je nach den geschichtlichen Gegebenheiten erweitert.

 

In den nordamerikanischen Städten verlaufen die Strassen hingegen parallel zueinander und die Abstände zwischen den Strassen sind gleich. Sie werden in Blocks eingeteilt. Jeder dort weiß, wie lange er beispielsweise laufen muss, wenn 10 Blocks angegeben sind. Eine solche Aufteilung nennt man Schachbrettgrundriss. Hier sind die Städte erst im 19. Jahrhundert entstanden. Traditionen zur Bebauung spielten keine Rolle, sie wurden vielmehr durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Eisenbahn geprägt.

 

Chicago Skyline; by Shawn from Airdrie, Canada (Chicago) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Chicago Skyline; by Shawn from Airdrie, Canada (Chicago) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Es gibt noch eine typische Besonderheit in den nordamerikanischen Städten: ein ausgeprägter Stadtkern mit Hochhäusern und Wolkenkratzern und flachen Gebäuden darum gruppiert. Man nennt dies die Skyline.

Die hohen Gebäude befinden sich im Stadtzentrum (Downtown) und sind der Central Business District (CDB, = Zentraler Geschäftsbezirk). 

Direkt drumherum befinden sich Wohnhäuser und Industriegewerbe mit alter Bausubstanz. Weiter weg, in den Suburbs (Vororte), nehmen die klaren Strukturen ab. Hier wohnen die Menschen in Einfamilienhäusern.

Die Suburbs werden meist von der weißen Mittelschicht besiedelt und gehen in den ländlichen Raum über. 


Megalopolis

Megalopolis heißt "Riesenstadt". Sie entsteht, wenn Großstädte sich so ausbreiten, dass sie zusammenwachsen. Das kann man in den USA auf der Fläche zwischen Washington und Boston (Bos-Wash), Chicago und Pittsburgh (Chi-Pitts) und San Fransisco und San Diego (San-San) sehen. Ganze Stadtbänder haben sich hier entwickelt, die mehrere Hundert Kilometer lang sind:

 

Bos-Wash z.B. ist knapp 800km lang. Das ist fast die Strecke zwischen Berlin und Zürich! Diese Megalopolis umfasst mehrere Städte, Vororte, Gewerbegebiete und Kleinstädte dazwischen, wie z.B. New York, Springfield, Baltimore und Philadelphia. Hier leben 50 Millionen Menschen (zum Vergleich: in Berlin leben ca. 3,4 Millionen). 

Kleinstädte

Kleine Städte sind ähnlich aufgebaut wie die Großstädte: meist schachbrettartig. Ein zentraler Marktplatz fehlt, auch die Kirche im Stadtkern steht meist mitten in den Straßenzügen und nicht zentral, wie in Europa. Sie wachsen und wachsen....

Verfall der Innenstädte

Die Innenstädte verfallen vor allem, weil die meisten Menschen dort arbeitslos sind. Und selbst solche, die noch Arbeit haben, sind arm. Die Folgen der Armut sind verheerend:

  1. Obdachlosigkeit, hohe Kriminalitätsrate, Drogenkonsum
  2. Es wird kaum in private Mietshäuser investiert - und die verfallen immer mehr.
  3. Die geringen Steuerabgaben (wer nicht viel verdient, zahlt nicht viele Steuern) lassen die Stadtkassen leer, so können die Straßen nicht saniert, Schulen nicht gebaut oder renoviert, Brücken nicht instand gehalten werden. Die Infrastruktur verfällt ebenfalls.

Edge-City

Seit den 90er Jahren kann man in den Suburbs der USA eine neue Entwicklung beobachten: Es entstehen im Umland eigenständige Nebenzentren mit Krankenhäusern, Schulen, Banken und Versicherungen und anderen wichtigen Einrichtungen. Dadurch werden hier komfortablere Arbeitsplätze (weniger Pendeln, weniger Luftverschmutzung, mehr Zeit) geschaffen - vor allem im tertiären Sektor (Dienstleistungen). Diese Nebenzentren heißen Edge Cities, auch als Suburbanisierung bezeichnet. 


Die mobile Gesellschaft

Amerikanischer Freeway; by Aliciak3yz (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Amerikanischer Freeway; by Aliciak3yz (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Die Amerikaner fahren viel und weite Strecken, da die Entfernungen zwischen Wohn- und Arbeitsort meist groß sind.

Staus zur Rush Hour, der Hauptverkehrszeit am Morgen und am Abend, sind normal und alltäglich.

Die Fahrtaufkommen der US-Amerikaner sind riesig, die Gesellschaft ist stark mobil und alles ist auf den Verkehr ausgerichtet.

Es gibt Hunderte von Kilometern mehrspurige und mehrstöckige Autobahnen (Highways), die durch die Strassen und außerhalb der Städte durch die Landschaft ziehen - ein gewaltiges Netz. Für US-Bürger ist es normal, die Arbeitsstelle zu wechseln und in eine andere Stadt, oft weit entfernt zu ziehen. Mehr als 50 Millionen Amerikaner tun das jedes Jahr. 

Die USA haben ein gewaltiges Netz von Drive-In-Restaurants und sogar Drive-In-Kirchen, für deren Leistungen sie einfach nur kurz "rechts ranfahren" müssen.

Nahezu jede amerikanische Familie besitzt mindestens ein, oft auch mehrere Autos: 70 von 100 Einwohnern (dazu gehören Erwachsene und Kinder) haben ein Auto.

 

Probleme:

Damit geht das Problem der Umweltschädigung einher: viele Autos verbrauchen die Ressource Erdöl und verschmutzen die Umwelt durch ihre Abgase und den Feinstaub der Dieselfahrzeuge.  

Außerdem haben die Menschen durch die langen Pendelstrecken und das Warten im Stau einen sehr langen Arbeitstag.


Rätsel Dich fit!

Hier findest Du ein Quiz zur Nordamerikanischen Stadt.


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