Wie man gut lernt

Das allerwichtigste beim effektiven Lernen ist: Fang damit an!

Du kannst nicht erwarten, Wissen in Deinen Kopf zu bekommen, wenn Du Dich nicht damit beschäftigst. Wir haben gelernt, dass Lernen darin besteht, Synapsen im Gehirn aufzubauen und zu stärken. Was bedeutet das für den Lernprozess? Nun, wie Muskeln in der Muckibude musst Du sie trainieren, Deine Synapsen. Das Stemmen von Gewichten hilft hierbei nicht. Doch was hilft? Nun, unser Gehirn kann vor allem eins besonders gut: Vergessen. Es behält nur Dinge, die wichtig sind. Doch wie sage ich meinem Gehirn, dass etwas wichtig ist? Die Antworten auf diese Fragen geben Dir den Schlüssel in die Hand, die richtigen Lernmethoden (es sind immer mehrere, die jeder anwenden sollte) zu finden. Um Lerntechniken soll es hier gehen.

Deine Einstellung ist wichtig

Wenn Du Lernen nicht leiden kannst und den Stoff, den Du lernen sollst, langweilig findest, hast Du schlechte Karten. Als Erstes ist also Deine Einstellung zum Lernen entscheidend. Und die kannst nur Du allein ändern. Wie Du das machst?

  1. Hör auf, über die Prüfung nachzudenken!
  2. Denk lieber über den Stoff selbst nach: Du musst ihn wissen WOLLEN.

Sei neugierig. Hinterfrage, wie etwas funktioniert. Du musst die Informationen haben wollen, musst verstehen wollen. Die Prüfung wird leicht für Dich, wenn Du mit Motivation und Freude lernst, denn es werden dann nur Dinge abgefragt, die Du eh wissen willst. Ändere Deine Einstellung, wenn sie nicht positiv ist. Das kannst nur Du allein. Fang an, die Dinge wissen zu WOLLEN!

Wiederholung ist die Mutter der Weisheit

Unser Gehirn behält Dinge, die ihm immer wieder begegnen. Wenn Du also einen Sachtext im Buch oder im Netz einmal liest und meinst, ihn dann schon zu behalten, irrst Du gewaltig. Du musst ihn bearbeiten - Stück für Stück. Bearbeiten bedeutet: Verstehen, was da steht. Dazu kann man sich jeden Absatz einzeln vornehmen. Erst, wenn man ihn verstanden hat, geht es weiter im Text. Verstehen bedeutet: Du kannst das mit eigenen Worten erklären. Es sind Wörter darin, die Du nicht kennst? Nun, dann kläre doch erst einmal diese Wörter und lies dann, mit Deinem neuen Wissen, den Absatz nochmal. Schreibe Dir das wichtigste stichpunktartig (keine ganzen Sätze, nur Gedankenstützen) heraus. Wenn der gesamte Text auf diese Art durchgearbeitet ist, hast Du Stichpunkte vor Dir. Versuche nun, mithilfe Deiner Stichpunkte Dir selbst zu erklären, wie das funktioniert. Wenn Du das mit Deinen eigenen Worten vollständig allein kannst, ohne nochmal auf den Text zu schmulen, hast Du es wirklich verstanden.

Die richtige Reihenfolge ist entscheidend

Häufig folgen Lerninhalte einer bestimmten Reihenfolge. Zum Beispiel willst Du die alkoholische Gärung verstehen. Dann kannst Du nicht mit der Gleichung für die alkoholische Gärung anfangen, denn vorher müssen die Trauben geerntet und der Saft ausgepresst werden. Erst dann kommt die Hefe ins Spiel und wandelt den Zucker im Saft in Alkohol um. Und das macht sie auch nicht einfach so, sondern nur, wenn wir ihr die Luft wegnehmen. Jetzt erst ist die Gleichung dran, denn jetzt hast Du alle Schritte dafür erklärt.

 

Genau so ist es beim Lernen der Naturrisiken Nordamerikas. Erst musst Du Dir die Formen des Kontinents (wie liegen die Gebirge und Ebenen, wo sind die Meere und Flüsse und große Seen, in welchen Breitengraden liegt Nordamerika) ansehen, um daraus erklären zu können, wie z.B. ein Blizzard entsteht und bis nach Kalifornien Schnee bringen kann oder warum es dort so viele Hurrikans gibt.


Lerntypen

Es ist hilfreich zu wissen, welcher Lerntyp man ist. Die meisten haben ihre Strategien, mit denen sie gut lernen können, schon herausgefunden. Der eine lernt gut durch Abschreiben, der zweite durch Lesen, ein dritter durch Zuhören und ein vierter dadurch, dass er mit anderen darüber spricht. Alle diese Lerntypen sind aber stets auch durch die anderen Kanäle lernfähig. Wir sind alle Mischtypen mit einer Ausrichtung auf einen bestimmten Lerntyp. Verfolge nicht nur eine Strategie, sondern auch mal andere. Vielleicht bist Du ja überrascht, dass es besser geht als bisher?



Visueller Lerntyp - die "Augenlerner"

Visuell bedeutet: mit dem Sehen. Diese Lerntypen können also besonders gut lernen, indem sie etwas ansehen. Sie können sich Grafiken, Diagramme, Bilder und  Filme gut merken. Aber auch Text ist gut für visuelle Lerntypen. Oft sehen sie die Seiten vor sich, auf denen eine Information steht.

Visuelle Lerntypen sind sehr häufig. Ihnen helfen Bilder, mit Farben bearbeitete Texte, MindMaps und Videos sehr gut. Texte können selbst als Grafik umgestaltet werden. Sachverhalte, die eine bestimmte Reihenfolge haben, lassen sich gut als Film vorstellen. Sei Dein eigener Regisseur und stelle Dir den Ablauf bildlich vor. Bastel Dir Deinen eigenen Film und wenn Du dann nach diesem Sachverhalt gefragt wirst, brauchst Du gedanklich nur den Film ablaufen zu lassen und nacherzählen, was Du vor Deinem inneren Auge siehst. Oder mach selbst echte Filme und stell sie auf youtube - für andere visuelle Lerntypen.

Auditiver Lerntyp - die "Ohrenlerner"

Auditive Lerntypen nehmen Wissen vor allem übers Hören auf. Sie sind meist auch gute Zuhörer und erkennen feine Nuancen in der Stimmlage. Oft sind sie auch mit Musik intensiver beschäftigt als der Rest von uns.

Ihnen helfen Hörbücher oder kurze Lerneinheiten, die gesprochen werden. Ihnen hilft es aber auch, im Unterricht vor allem zuzuhören. Alles, was gezeigt wird und was sie ansehen, können sie nicht so gut behalten. Sie brauchen und mögen Erklärungen. 

Ein guter Tip für diesen Lerntyp ist: Wenn du keine Lerneinheiten findest, die jemand schon vorbereitet hat, lies dir selbst vor und speichere das dann auf dem Handy oder einem anderen geeigneten Gerät. Einem Diktiergerät z.B. Die mp3s kannst du dir dann jederzeit anhören - beim Saubermachen, wenn du im Auto oder mit den Öffentlichen unterwegs bist. So lernst du nebenbei. Ist eigentlich ganz gut, ein auditiver Lerntyp zu sein. Das spart Zeit.

Kommunikativer Lerntyp - die "Schnatterlerner"

Du bist ein kommunikativer Lerntyp, wenn du gern mit anderen über den Stoff redest und ihn dir dadurch am besten merken kannst. Um dir das Lernen zu erleichtern, brauchst du andere wie dich. Finde die "Schnattertaschen" unter deinen Mitschülern. Das sind mit einiger Wahrscheinlichkeit auch kommunikative Lerntypen. Solche Lerntypen reden nämlich grundsätzlich ganz gern mehr als andere. Sie hören aber auch genau zu, wenn ihnen jemand etwas erklärt. Eine einfache Datei wie beim auditiven Lerntypen reicht hier aber nicht. Du brauchst unbedingt ein Gegenüber, mit dem du dich intensiv austauschen kannst. Allein lernen geht für diesen Lerntyp nicht so gut.

Motorischer Lerntyp - die "Handwerker"

Motorische Lerntypen begreifen den Lernstoff am besten, indem sie etwas bauen oder gestalten. Einfaches Hinsehen, Hinhören oder bloßes Drüber-Reden hilft nicht. Sie müssen Plakate malen, Experimente machen, etwas mit ihren Händen buchstäblich beGREIFEN. 

Dir helfen keine CDs oder MP3s oder ein schnatterndes Gegenüber oder eine schicke Grafik - es sei denn, du hast sie selbst erstellt. Motorische Lerntypen müssen den Stoff über ihre Hände in den Kopf bekommen. Ihnen hilft es zu malen, zu schreiben oder zu bauen. Ebenso hilfreich ist es, beim Lernen zu laufen und sich generell zu bewegen. Nutze deine Hände und ertaste, schaffe Neues und sei kreativ. Das hilft dir. All das kann man auch mit Lernstoff umsetzen. Langweiliges Auswendiglernen liegt dir nicht? Dann mach es nicht! Hilf dir selbst, das zu Lernende in etwas Praktisches umzusetzen. Du sollst eine Matheaufgabe mit Würfeln rechnen. Ok, nimm dir Würfel. Fass sie an und spiele damit, weil du dir so die Matheaufgabe plötzlich viel besser vorstellen kannst. Du sollst den Weg des Blutes durch das Herz lernen? Male dir ein Herz oder bau es aus Lego, Pappe oder Knete. Dann gehe mit dem Finger die Strecke entlang, die das Blut nimmt. Und zack. Schon ist es viel besser im Kopf verankert!